Microsoft Copilot für Excel: Was die KI in Tabellen wirklich kann

    Praxisbeispiele, Prompts und eine ehrliche Einschätzung – von jemandem, der Werbung studiert hat und Pivot-Tabellen früher gefürchtet hat.

    Schnellantwort

    Microsoft Copilot für Excel kann Daten analysieren, Formeln schreiben, Pivot-Tabellen erstellen, Diagramme bauen und Trends erkennen – per natürlicher Sprache. Die Voraussetzung: Ihre Daten müssen als formatierte Excel-Tabelle vorliegen. Dann wird Excel vom Zahlen-Werkzeug für Profis zum Analyse-Tool für alle.

    Meine Vorgeschichte mit Excel

    Ich habe Werbung studiert. Ich bin gut mit Worten, ich kann Geschichten erzählen und Menschen für Ideen begeistern. Was ich nicht kann: Zahlen. Nicht so schlecht, dass ich Excel als kariertes Papier benutze – aber jenseits von SUMME und einfachen Wenn-Dann-Formeln wurde es bei mir schnell dünn.

    Schweißige Hände beim Wort Pivot-Tabelle. Ein mulmiges Gefühl, wenn jemand sagte: 'Kannst du das mal schnell in Excel auswerten?' Schnell? Sicher. Wenn 'schnell' drei Stunden googeln und trotzdem ein falsches Ergebnis bedeutet.

    Genau deshalb bin ich so begeistert von dem, was Copilot in Excel heute kann. Nicht, weil es mich zum Excel-Profi macht – das tut es nicht. Sondern weil es mir erlaubt, die richtigen Fragen an meine Daten zu stellen, ohne die Sprache der Formeln sprechen zu müssen.

    Dieser Artikel ist für Menschen wie mich geschrieben. Für Leute, die Excel nutzen müssen, aber keine Tabellenkalkulations-Nerds sind. Ich zeige Ihnen, was Copilot in Excel wirklich kann, wo die Grenzen liegen – und ich zeige Ihnen das mit konkreten Beispielen aus meinem Alltag als Trainer und Geschäftsführer.

    Was Sie brauchen

    Bevor wir loslegen, die Basics:

    • Microsoft 365 Copilot Lizenz (die kostenpflichtige Variante, 30 €/Monat pro User)
    • Excel Desktop-App (Windows oder Mac) – warum, erkläre ich weiter unten
    • Daten als formatierte Tabelle – das ist der mit Abstand wichtigste Punkt

    Copilot in Excel ist kein Feature der kostenlosen Copilot-Version. Sie brauchen die bezahlte Microsoft 365 Copilot Lizenz. Mehr dazu in unserem Lizenz-Vergleich.

    Daten vorbereiten: Die Grundregel

    Die goldene Regel:

    Copilot arbeitet nur mit Daten, die als formatierte Excel-Tabelle vorliegen. Ohne Tabelle kein Copilot. Das ist keine Empfehlung – das ist eine technische Voraussetzung.

    Was heißt das konkret? Excel unterscheidet zwischen einem normalen Zellbereich und einer formatierten Tabelle. Der Unterschied:

    Normaler Zellbereich

    • Einfach Daten in Zellen geschrieben
    • Keine automatische Erweiterung
    • Copilot kann damit nicht arbeiten

    Formatierte Tabelle

    • Über Einfügen → Tabelle oder Strg+T erstellt
    • Benannte Spaltenköpfe, Filter-Pfeile
    • Copilot kann damit voll arbeiten

    So machen Sie Ihre Daten Copilot-tauglich:

    1. Markieren Sie Ihre Daten (inklusive Spaltenüberschriften)
    2. Drücken Sie Strg+T (Windows) oder Cmd+T (Mac)
    3. Bestätigen Sie, dass die erste Zeile die Überschriften enthält
    4. Fertig – Copilot kann jetzt mit Ihren Daten arbeiten

    Tipp für gute Ergebnisse: Verwenden Sie sprechende Spaltenüberschriften. 'Umsatz Q1 2026' ist besser als 'Spalte_D'. Copilot nutzt die Überschriften, um Ihre Fragen zu verstehen. Vermeiden Sie zusammengeführte Zellen – die bringen Copilot durcheinander.

    Was Copilot selbstständig kann

    Bei diesen Aufgaben macht Copilot die eigentliche Arbeit. Sie stellen die Frage, Copilot liefert das Ergebnis:

    Formeln schreiben

    Das ist die Killer-Funktion für Menschen wie mich. Anstatt SVERWEIS-Syntax zu googeln, beschreibe ich einfach, was ich will:

    Prompt: "Füge eine Spalte hinzu, die den prozentualen Anteil jeder Zeile am Gesamtumsatz berechnet."

    Copilot erstellt die Formel, fügt die Spalte hinzu und füllt sie automatisch für alle Zeilen. Im Hintergrund verwendet er die richtigen Excel-Funktionen – in diesem Fall eine Division durch die SUMME der Umsatz-Spalte. Sie sehen die Formel und können sie prüfen, bevor Sie bestätigen.

    Daten sortieren und filtern

    Statt manuell Filter zu setzen und Sortierkriterien auszuwählen:

    Prompt: "Sortiere die Tabelle nach Umsatz absteigend und zeige nur die Einträge aus Q1 2026."

    Copilot wendet Filter und Sortierung direkt an. Praktisch, wenn Sie schnell eine bestimmte Sicht auf Ihre Daten brauchen.

    Diagramme erstellen

    Eines meiner Lieblings-Features. Anstatt sich durch Diagramm-Assistenten zu klicken:

    Prompt: "Erstelle ein Balkendiagramm, das den Umsatz pro Monat zeigt. Hebe den besten Monat farblich hervor."

    Copilot wählt den passenden Diagrammtyp, beschriftet die Achsen und formatiert das Ganze. Sie können danach manuell anpassen, wenn Ihnen etwas nicht gefällt.

    Pivot-Tabellen generieren

    Das Feature, das mir die Angst genommen hat. Pivot-Tabellen waren für mich immer eine Blackbox. Mit Copilot sage ich einfach:

    Prompt: "Erstelle eine Pivot-Tabelle, die den Umsatz nach Produktkategorie und Quartal aufschlüsselt."

    Copilot erstellt ein neues Blatt mit der Pivot-Tabelle. Zeilen, Spalten, Werte – alles richtig zugeordnet. Das hätte mich früher eine halbe Stunde und drei YouTube-Tutorials gekostet.

    Daten analysieren und Muster erkennen

    Copilot kann Ihre Daten untersuchen und Erkenntnisse liefern, auf die Sie selbst vielleicht nicht gekommen wären:

    Prompt: "Analysiere diese Verkaufsdaten. Gibt es Auffälligkeiten oder Trends, die ich kennen sollte?"

    Copilot findet zum Beispiel saisonale Muster, Ausreißer oder Korrelationen zwischen Spalten. Das ersetzt keinen Datenanalysten, aber es gibt Ihnen einen guten ersten Überblick.

    Bedingte Formatierung

    Statt sich durch die verschachtelten Menüs der bedingten Formatierung zu kämpfen:

    Prompt: "Markiere alle Umsatzwerte unter 1.000 € rot und alle über 10.000 € grün."

    Die visuelle Aufbereitung macht Ihre Tabelle sofort lesbar – ohne dass Sie die Regeln der bedingten Formatierung kennen müssen.

    Wo Copilot nur assistiert

    Bei diesen Aufgaben liefert Copilot Vorschläge, aber Sie müssen die Arbeit selbst machen oder das Ergebnis stark nacharbeiten:

    Datenvalidierung und -bereinigung

    Copilot kann Duplikate finden und inkonsistente Schreibweisen identifizieren. Die eigentliche Bereinigung müssen Sie aber manuell bestätigen oder durchführen. Er schlägt vor, Sie entscheiden.

    Komplexe Szenarien und What-If-Analysen

    Copilot kann einfache Szenarien berechnen ('Was passiert, wenn der Umsatz um 10% steigt?'). Für echte Szenarioanalysen mit mehreren Variablen brauchen Sie aber weiterhin Excel-Know-how oder Power BI.

    Interpretation von Ergebnissen

    Copilot kann Ihnen sagen, dass der Umsatz im März 30% unter dem Vorjahresmonat liegt. Warum das so ist, kann er nicht beantworten. Die inhaltliche Einordnung bleibt bei Ihnen.

    Makros und VBA

    Copilot in Excel kann keine Makros erstellen oder VBA-Code schreiben. Dafür nutzen Sie besser den Copilot Chat oder GitHub Copilot in einer Entwicklungsumgebung.

    Desktop-App vs. Web: Ein klares Votum

    Ich sage es direkt: Nutzen Sie die Desktop-App. Die Web-Version von Excel hat bei Copilot-Funktionen deutliche Einschränkungen.

    Desktop-App (empfohlen)

    • Voller Copilot-Funktionsumfang
    • Formeln einfügen und bearbeiten
    • Pivot-Tabellen erstellen
    • Diagramme mit allen Optionen
    • Schnellere Verarbeitung
    • Auch mit großen Dateien stabil

    Web-Version (eingeschränkt)

    • Grundlegende Copilot-Funktionen
    • Eingeschränkte Formelunterstützung
    • Pivot-Tabellen teilweise möglich
    • Weniger Diagramm-Optionen
    • Bei großen Dateien langsam
    • Einige Features fehlen ganz

    Ich bin kein Fan der Web-Version für ernsthafte Excel-Arbeit. Für schnelles Nachschauen unterwegs ist sie okay, aber wenn Sie mit Copilot produktiv arbeiten wollen, öffnen Sie die Desktop-App.

    Praxisbeispiel 1: AB-Test im Marketing auswerten

    Die Situation: Sie haben eine Marketing-Kampagne mit zwei Varianten laufen lassen – Version A und Version B. Jetzt haben Sie eine Tabelle mit den Ergebnissen: Impressions, Klicks, Conversions, Kosten, Umsatz. Sie wollen wissen: Welche Variante hat gewonnen?

    Schritt 1: Daten als Tabelle formatieren

    Ihre Tabelle hat Spalten wie: Kampagnen-Variante, Datum, Impressions, Klicks, Click-Through-Rate, Conversions, Cost-per-Click, Gesamtkosten, Umsatz. Markieren, Strg+T, fertig.

    Schritt 2: Grundlegende Auswertung

    Prompt: "Vergleiche die Kampagnen-Varianten A und B. Berechne für jede Variante: durchschnittliche Click-Through-Rate, Conversion Rate, Cost per Conversion und Return on Ad Spend (ROAS). Erstelle dafür eine Zusammenfassungstabelle."

    Copilot erstellt eine neue Zusammenfassungstabelle mit den berechneten KPIs pro Variante. Im Hintergrund nutzt er MITTELWERT, SUMMEWENNS und Division – Formeln, die ich theoretisch auch selbst schreiben könnte, aber bei denen ich immer mindestens einen Klammer-Fehler mache.

    Schritt 3: Visualisierung

    Prompt: "Erstelle ein gruppiertes Balkendiagramm, das die wichtigsten KPIs von Variante A und B nebeneinander zeigt: Click-Through-Rate, Conversion Rate und ROAS."

    Schritt 4: Zeitlicher Verlauf

    Prompt: "Zeige den Verlauf der Conversion Rate über die Laufzeit der Kampagne als Liniendiagramm. Eine Linie für Variante A, eine für Variante B."

    So sehen Sie nicht nur, welche Variante insgesamt besser war, sondern auch, ob sich die Performance über die Zeit verändert hat – vielleicht hat Variante B erst in der zweiten Woche angezogen.

    Schritt 5: Signifikanz einschätzen

    Prompt: "Sind die Unterschiede zwischen Variante A und B statistisch relevant? Berechne die absolute und prozentuale Differenz für die wichtigsten KPIs. Bei welcher Stichprobengröße wäre das Ergebnis statistisch signifikant?"

    Hier kommen wir an eine Grenze: Copilot kann die Differenzen berechnen und eine grobe Einschätzung geben, aber einen vollwertigen statistischen Signifikanztest sollten Sie mit einem spezialisierten Tool durchführen. Trotzdem: Für eine erste Management-Entscheidung reicht die Copilot-Auswertung oft aus.

    Praxisbeispiel 2: Liquiditätsplanung und Prognosen

    Die Situation: Sie planen ein Training für ein Unternehmen und müssen eine Liquiditätsvorschau für die nächsten 6 Monate erstellen. Einnahmen (Trainingsgebühren), Ausgaben (Trainer-Honorare, Reisekosten, Materialkosten, laufende Fixkosten), und Sie wollen wissen: In welchem Monat wird es eng?

    Datenstruktur vorbereiten:

    Ihre Tabelle hat Spalten: Monat, Kategorie (Einnahme/Ausgabe), Beschreibung, Betrag, Status (geplant/bestätigt/bezahlt). Formatieren als Tabelle – Sie kennen den Drill.

    Prompt: "Erstelle eine monatliche Liquiditätsübersicht für die nächsten 6 Monate. Zeige pro Monat: Summe aller Einnahmen, Summe aller Ausgaben, Differenz (Cashflow), und kumulierten Kontostand. Startguthaben ist 15.000 €. Markiere Monate, in denen der kumulierte Kontostand unter 5.000 € fällt."

    Copilot baut eine neue Übersichtstabelle mit SUMMEWENNS-Formeln für jeden Monat und berechnet den laufenden Kontostand. Die bedingte Formatierung für die kritischen Monate erstellt er gleich mit.

    Prompt: "Erstelle ein Liniendiagramm des kumulierten Kontostands über die 6 Monate. Zeichne eine rote Linie bei 5.000 € als Warngrenze ein."

    Prognose erstellen:

    Prompt: "Basierend auf den bestätigten Einnahmen und geplanten Ausgaben: Wie entwickelt sich die Liquidität, wenn 20% der geplanten Einnahmen wegfallen? Erstelle eine zweite Spalte mit diesem Worst-Case-Szenario."

    Hier arbeitet Copilot mit Formeln, die 80% der geplanten Einnahmen berechnen und den neuen kumulierten Kontostand ermitteln. Nicht raketenwissenschaftlich, aber eine Arbeit, die manuell fehleranfällig und zeitaufwändig wäre.

    Aus der Praxis: Ich nutze genau diesen Workflow für die ChatGPT-Trainings. Anfang jeden Monats aktualisiere ich die Daten und lasse Copilot die Prognose neu rechnen. Das dauert 5 Minuten statt einer Stunde – und ich vertraue den Zahlen mehr als meinen eigenen Formeln.

    Praxisbeispiel 3: Business Plan Finanzplanung

    Die Situation: Sie bauen einen Business Plan und brauchen die Finanzseiten: Umsatzplanung, Kostenstruktur, Break-Even-Analyse, Ergebnisrechnung. Normalerweise der Teil, bei dem Betriebswirte glänzen und Werbe-Studenten schwitzen.

    Umsatzplanung:

    Prompt: "Ich habe eine Tabelle mit Produkten/Dienstleistungen, Einzelpreisen und geschätzter Stückzahl pro Monat. Berechne den monatlichen Umsatz pro Produkt und den Gesamtumsatz. Füge dann eine Zeile mit dem kumulierten Jahresumsatz hinzu."

    Kostenstruktur:

    Prompt: "Erstelle eine Kostenübersicht mit fixen und variablen Kosten. Fixkosten: Miete, Software, Versicherung (gleichbleibend pro Monat). Variable Kosten: proportional zum Umsatz mit einem Faktor von 15%. Berechne die monatlichen Gesamtkosten."

    Break-Even-Analyse:

    Prompt: "Ab welchem Monat übersteigt der kumulierte Umsatz die kumulierten Kosten? Markiere diesen Break-Even-Punkt in der Tabelle und erstelle ein Diagramm, das Umsatz und Kosten als Linien zeigt – mit dem Break-Even-Punkt markiert."

    Das ist für mich das beeindruckendste Beispiel. Copilot nimmt die Umsatz- und Kostendaten, findet den Schnittpunkt und visualisiert ihn. In einem Investorengespräch kann ich dieses Diagramm direkt zeigen.

    Ergebnisrechnung:

    Prompt: "Fasse die Finanzplanung als monatliche Ergebnisrechnung zusammen: Umsatz, variable Kosten, Deckungsbeitrag, Fixkosten, Ergebnis vor Steuern. Formatiere negative Werte rot. Füge eine Spalte mit dem prozentualen Anteil am Umsatz hinzu."

    Wichtig: Copilot erstellt die Struktur und die Formeln. Die Zahlen selbst – Ihre Preise, Ihre Kosten, Ihre Stückzahlen – müssen von Ihnen kommen. Copilot kann keine Markteinschätzung vornehmen. Er rechnet mit dem, was Sie ihm geben.

    Prompt-Sammlung für Excel

    Hier sind die Prompts, die ich in meinem Trainingsalltag am häufigsten verwende. Alle auf Deutsch – das funktioniert in den meisten Fällen problemlos.

    Datenanalyse

    • 'Fasse die wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Daten zusammen.'
    • 'Welche Trends erkennst du in den Daten der letzten 12 Monate?'
    • 'Gibt es Ausreißer in der Spalte Umsatz? Markiere sie.'
    • 'Korrelieren die Spalten Werbeausgaben und Neukundengewinnung?'

    Formeln und Berechnungen

    • 'Füge eine Spalte hinzu, die die Veränderung zum Vormonat in Prozent berechnet.'
    • 'Berechne den gleitenden Durchschnitt über 3 Monate für die Umsatz-Spalte.'
    • 'Erstelle eine WENN-Formel: Wenn Umsatz über 5.000, dann Premium-Kunde, sonst Standard.'
    • 'Wie hoch ist der Durchschnittsumsatz pro Kunde, gruppiert nach Region?'

    Visualisierung

    • 'Erstelle ein Kreisdiagramm der Umsatzanteile nach Produktgruppe.'
    • 'Zeige den monatlichen Umsatzverlauf als Liniendiagramm mit Trendlinie.'
    • 'Erstelle ein Säulendiagramm, das Ist-Umsatz und Soll-Umsatz gegenüberstellt.'
    • 'Formatiere die Tabelle so, dass die Top-10 und Bottom-10 Werte hervorgehoben sind.'

    Pivot-Tabellen und Zusammenfassungen

    • 'Erstelle eine Pivot-Tabelle mit Abteilung als Zeilen und Quartal als Spalten.'
    • 'Fasse die Daten nach Kategorie zusammen: Anzahl, Durchschnitt, Minimum, Maximum.'
    • 'Erstelle eine Kreuztabelle: Produkte vs. Vertriebsregionen mit Umsatz als Werte.'

    Datenaufbereitung

    • 'Finde und markiere doppelte Einträge in der Spalte Kundennummer.'
    • 'Teile die Spalte Name in Vorname und Nachname auf.'
    • 'Füge eine Spalte hinzu, die das Quartal aus dem Datum berechnet.'
    • 'Standardisiere die Schreibweise in der Spalte Land (DE, Deutschland, germany → Deutschland).'

    Tipps für bessere Excel-Prompts

    1. Spaltennamen verwenden

    Copilot versteht Ihre Daten über die Spaltenüberschriften. Referenzieren Sie immer den exakten Spaltennamen:

    Vage

    'Berechne den Durchschnitt der dritten Spalte.'

    Präzise

    'Berechne den Durchschnitt der Spalte Umsatz Q1.'

    2. Erwartetes Ergebnis beschreiben

    Je genauer Sie sagen, was das Ergebnis sein soll, desto besser:

    Unklar

    'Analysiere die Daten.'

    Klar

    'Erstelle eine Zusammenfassung mit Gesamtumsatz pro Region, sortiert absteigend, als neue Tabelle.'

    3. Schrittweise vorgehen

    Lieber drei einfache Prompts als ein überkomplexer. Copilot arbeitet besser, wenn er pro Anfrage eine klare Aufgabe hat.

    4. Sprache: Deutsch oder Englisch?

    Kurze Antwort: Deutsch funktioniert gut. Für die allermeisten Aufgaben liefert ein deutscher Prompt genauso gute Ergebnisse wie ein englischer. Es gibt allerdings Situationen, in denen ein englischer Prompt minimal präziser ist – vor allem bei statistischen Fachbegriffen oder sehr spezifischen Formelkonstruktionen. Mein Tipp: Starten Sie auf Deutsch. Wenn das Ergebnis nicht passt, versuchen Sie den gleichen Prompt auf Englisch.

    Wo Copilot an seine Grenzen kommt

    Ich verspreche in meinen Trainings nie das Blaue vom Himmel. Hier die ehrliche Bilanz, wo Copilot in Excel (noch) nicht gut funktioniert:

    Große Datensätze (> 30.000 Zeilen)

    Ab einer gewissen Datenmenge werden die Antworten ungenau oder Copilot meldet, dass er die Daten nicht vollständig verarbeiten kann. Für wirklich große Datenmengen ist Power BI das bessere Werkzeug.

    Komplexe verschachtelte Formeln

    Wenn Sie eine INDEX/VERGLEICH-Formel mit drei verschachtelten WENN-Bedingungen brauchen, kommt Copilot manchmal ins Stolpern. Er erstellt eine Formel, die auf den ersten Blick richtig aussieht, aber einen Randfall nicht abdeckt. Prüfen Sie komplexe Formeln immer.

    Unstrukturierte Daten

    Wenn Ihre Tabelle zusammengeführte Zellen, leere Zeilen zwischen Datenblöcken oder inkonsistente Spaltenüberschriften hat, liefert Copilot schlechte Ergebnisse. Die Lösung: Daten erst aufräumen, dann Copilot fragen.

    Mehrere Arbeitsblätter gleichzeitig

    Copilot arbeitet aktuell mit der Tabelle auf dem aktiven Arbeitsblatt. Übergreifende Analysen über mehrere Blätter sind eingeschränkt möglich. Wenn Sie Daten aus verschiedenen Blättern vergleichen wollen, konsolidieren Sie sie erst auf einem Blatt.

    Zahlen erfinden (Halluzinationen)

    Bei Analyse-Fragen kann es vorkommen, dass Copilot Zahlen liefert, die nicht in Ihren Daten stehen. Das passiert selten bei Formeln (die können Sie in der Zelle prüfen), aber häufiger bei textuellen Zusammenfassungen. Deshalb: Ergebnisse immer stichprobenartig gegen die Rohdaten prüfen. Mehr dazu in unserem Artikel über KI-Halluzinationen vermeiden.

    Copilot in anderen Apps

    Excel ist nur eine von vielen Apps, in denen Copilot arbeitet. Hier finden Sie unsere weiteren Praxis-Guides:

    Fazit

    Copilot macht aus mir keinen Excel-Experten. Aber er macht etwas Besseres: Er erlaubt mir, die Fragen zu stellen, die ich schon immer stellen wollte – ohne die technische Hürde der Formeln und Funktionen.

    Für Pivot-Tabellen brauche ich keine YouTube-Tutorials mehr. Für einen AB-Test brauche ich keinen Analyst. Und für meine Liquiditätsplanung brauche ich keinen Steuerberater – zumindest nicht für den Entwurf.

    Die Grundregel bleibt: Gute Daten rein, gute Ergebnisse raus. Wenn Ihre Daten als formatierte Tabelle vorliegen und saubere Spaltenüberschriften haben, leistet Copilot in Excel erstaunlich viel. Wenn nicht, hilft auch die beste KI nichts.

    Und prüfen Sie die Ergebnisse – vor allem bei komplexen Berechnungen. Copilot ist ein Assistent, kein Buchhalter.

    Häufig gestellte Fragen

    Unsere Controller klagen, dass Copilot in Excel falsche Zahlen liefert – was machen wir falsch?

    Das liegt fast immer an der Datenstruktur, nicht an Copilot. Wenn Ihre Daten nicht als formatierte Excel-Tabelle vorliegen, Spaltenüberschriften fehlen oder Zellen zusammengeführt sind, kann Copilot die Daten nicht richtig interpretieren. In unseren Copilot-Trainings bei der ChatGPT-Trainings zeigen wir, wie Sie Ihre Daten Copilot-tauglich aufbereiten – das ist die wichtigste Grundlage für verlässliche Ergebnisse.

    Wie überzeugen wir das Management, dass Copilot in Excel einen echten Mehrwert bringt?

    Zeigen Sie konkrete Beispiele: Eine Pivot-Tabelle, die normalerweise 20 Minuten dauert, erstellt Copilot in Sekunden. Eine Trendanalyse über 12 Monate, für die sonst ein Analyst gebraucht wird, kann jeder Fachbereich selbst erstellen. Der Schlüssel liegt in der Demokratisierung von Datenanalyse – nicht nur IT und Controlling, sondern jede Abteilung kann ihre eigenen Daten auswerten. Die ChatGPT-Trainings erstellt Ihnen gerne eine ROI-Berechnung auf Basis Ihrer realen Workflows.

    Wir haben riesige Datensätze mit 100.000+ Zeilen – funktioniert Copilot da überhaupt?

    Copilot in Excel hat Grenzen bei sehr großen Datensätzen. Bei mehr als ca. 30.000 Zeilen werden die Ergebnisse unzuverlässiger. Für wirklich große Datenmengen empfehlen wir Power BI mit Copilot. Für die typischen Business-Tabellen bis 10.000 Zeilen funktioniert Copilot in Excel aber hervorragend. In den Trainings der ChatGPT-Trainings zeigen wir, wann welches Tool das richtige ist – und wie Sie Ihre Daten sinnvoll aufteilen.

    Unsere Mitarbeitenden nutzen Excel, können aber kein Englisch – funktioniert Copilot trotzdem?

    Ja, Copilot versteht deutsche Prompts sehr gut. In unserer Erfahrung bei der ChatGPT-Trainings funktionieren deutsche Prompts für die meisten Excel-Aufgaben zuverlässig. Bei sehr komplexen Berechnungen liefert ein englischer Prompt manchmal präzisere Ergebnisse, aber das ist die Ausnahme. Wir trainieren Ihre Teams mit deutschen Prompt-Vorlagen, die direkt einsetzbar sind.

    Martin Lang

    Martin Lang

    Gründer & Microsoft Copilot Experte

    Martin Lang ist Gründer der Yellow-Boat Consulting (2011) und der chatgpt-trainings.de (2025). Seit über einem Jahrzehnt realisiert er Agile Trainings und Digitalisierungsprojekte in Konzernen und im Mittelstand. Als Microsoft Copilot Experte befähigt er Wissensarbeiter, Teams und Organisationen, Microsoft Copilot produktiv, sicher und wertschöpfend im Arbeitsalltag einzusetzen. Sein praxisorientierter Trainingsansatz verbindet reale Arbeitsprozesse mit direkt anwendbaren Workflows.